22. August – Der Stausee-Pokal wird ausgesegelt.
Freitag Nachmittag, ein Regatta-Wochenende steht an. Unser Regattaverantwortlicher Marc Schlossarek bereitet mit Ehrenamtlichen das Event vor. Zum Glück konnten wir auch dieses Wochenende die wichtigsten Posten wie Wettkampfleiter, Begleitbootsführer, Verpflegungsbeauftragte und Grillmeister besetzen. Organisatorisch läuft es! Genug Salate sind in der Pipeline, dann können wir uns ja ganz auf das Segeln fokussieren!
Unser Jollenalphabet geht an den Start
Samstag Vormittag: 12 Boote tummeln sicher an der Startlinie. Finn, Ilca, Ixylon, Laser Vago, O-Jolle, Topcat K1 und K2 – das Alphabet ist vor Ort und die Vorbereitungszeit läuft. Wir starten unter einer Flagge und die Leistung wird nach dem Yardstick-Verfahren, einem empirischen Wertungssystem, ausgewertet. Wir sind eine gut gemischte Kohorte: unsere jüngste Seglerin ist 12 Jahre, unsere zwei ältesten zählen stolze 82 und 83 Jahre. Wir begrüßen Seglerinnen mit unterschiedlichsten Segelerfahrungen am Start. Der Wind geht mäßig, erste Schaumkämme zieren den See. Die Anspannung – nein Vorfreude wächst.



Premierenprogramm am Stausee
Zwei Team-Premieren wollen es heute wissen. Ein Frauenteam und ein internationales Team. Das Katamaranteam um Julio Martins Nogueira Napoles und seinem Vorschoter Hinan Khan vereint zwei Nationen auf zwei Rümpfen, Brasilien und Pakistan. Tamara und ich bilden ein neues Team auf der XY 3066, wir unterstützen Anne, Pia und Ella mit geballter Frauenpower im Regattafeld. Also, so ist der Plan.

Der Wind bleibt kräftig – der Kurs wird angepasst.
Unser Regattaobmann Marc hat die Wetterbedingungen im Blick. Der Wind bleibt stabil frisch und wir segeln zusätzlich zum olympischen Kurs das Zusatzdreieck. Tamara und ich haben noch sehr mit uns und dem Boot zu tun. Das Regattafeld platziert sich problemlos vor uns und wir haben gute Gelegenheiten Winddreher und Kursanpassungen bei den anderen zu beobachten. Ganz vorn dabei und aus meinem Sichtfeld bald verschwunden sind Robert, Artem und Anne. Peter, unser erfahrendster Finnsegler, hält sich fest im vorderen Wettkampffeld auf. Auch Walter, stilsicher auf der O-Jolle, kämpft mit und stellt sich den kräftezehrende Wetterbedingungen. Der TopCat mit Sascha und David zieht schnell an uns vorbei und hält im vorderen Feld mit. Mit Julio im zweiten Cat wird es mal spannend, aber die Raumregelung ist klar und ich kann meinen Kurs sicher fortsetzen. Während Tamara und ich noch mit meinen Kursexperimenten auf Raumschoten kämpfen, wird im Hafen bereits unsere Mittagsversorgung vorbereitet. Dank unserer freiwilligen Helferinnen und somit nicht segelnden Ehrenamtlichen wird unsere Veranstaltung erst vollkommen. Bei Chili con carne kommen wir zu Kräften und sammeln neue Energie für die nächsten zwei Wettfahrten.




Wettfahrt zwei und drei – ein spannender Segelnachmittag
Nach dem Essen und noch fix vor dem Mittagstief besteigen die Teams und Seglerinnen wieder ihre Boote und bereiten sich auf den nächsten Start vor. Sonne und Wolken wechseln sich ab, der Wind bleibt mäßig, frischt ab und zu auf. Der Kurs der zweiten Wettfahrt wird olympisch, als Dreieck und Schleife, gesegelt. Der Start gelingt, wir halten Anschluss ans Feld und treten auch in Zweikämpfe mit der zweiten Ixylon-Crew um Karl-Heinz und Egbert. Unsere Nachwuchsseglerinnen kämpfen sich durch die Wettfahrt und halten durch. Pia mit etwas mehr ILCA-Erfahrung bewältigt die Herausfordung sehr gut und Ella, neu auf dem ILCA 4 verliert nicht die Lust und hält unserem Feld noch die Treue. Markus muss leider seine Segel streichen, denn gleiches ist unter den heutigen Bedingungen gerissen.
Zur dritten Wettfahrt treten wir schon ziemlich geschafft an. Ich spüre die Muskeln vom Ausreiten und Hängen. Jede Wende frisst die Energiereserven und Fehler schleichen sich ein. Manchmal purzelt mir Tamara durch das Boot, ich muss meine Steuerskills wirklich noch verbessern. Aber der Spaß ist ungenommen. Der Wind und die Herausforderungen bleiben. Peter, einige Kenterungen später, bricht die Wettfahrt ab.
Mit 83 Jahren diese körperliche Leistung abrufen zu können, ist super respekteinflößend. Gleiches gilt für Walter!



Ausgewertet wird im Ziel
Müde, aber glücklich kommen wir im Hafen an und ich bereite Tamara sanft auf zu erwartende blaue Flecke und Muskelkater vor, die Realität holt uns dann Sonntag ein! Die Seglerinnen packen die Boote ein und sortieren sich. Als nächster Punkt im Ablaufplan der Regatta steht die Siegerehrung, doch die Mägen hängen uns in den Kniekehlen. Wir werfen den Grill an, die Ehrung muss warten.
Nach Fleisch und Grillkäse, einem vielfältigen Salatbuffet ruft Marc uns zur Siegerehrung zusammen. Alle haben ihr Bestes gegeben, sind an Grenzen gegangen und sind auch über sich hinausgewachsen. Marc ist zufrieden und die vorderen Plätze dürfen sich neben Urkunden auch Sachpreise aussuchen. Doch eine Frage bleibt.
Wer holt den Pokal?
Trommelwirbel: Robert Bude ist wiederholter Pokalsieger! Gratulation.



- Robert Bude im Finn
- Artem Haidai im ILCA 6
- Anne Dietrich im Finn
- Walter Schwichtenberg in der O-Jolle
- Karl-Heinz Rettschlag, Egbert Eulitzer in der Ixylon
- Wenke Rösler, Tamara Kügler in der Ixylon
- Pia Giebelhausen im ILCA 4
- Sascha Giebelhausen, David Siebert Topcat K 1
- Ella Giebelhausen im ILCA 4
- Peter Bronke im Finn
- Julio Napoles im Topcat K2
- Markus Liersch im Laser Vago













