Nach der erfolgreichen Landesjugendmeisterschaft im Juni in Blossin erhielt Artem Haidai vom Segelclub Blau-Weiss Cottbus e.V. eine besondere Einladung: Das Sailing Team Brandenburg lud ihn zum Sommertrainingslager nach Warnemünde ein. Mit einem neuen Boot und neuem Segel ging es vom 18. bis 23. August 2024 an die Ostsee – bereit für fünf Tage intensives Training mit den Athleten des Landeskaders.
Im Mittelpunkt standen vor allem Bootshandling und Athletik. Das Trainingsprogramm hatte es in sich: Jeden Morgen begann der Tag mit Frühsport, gefolgt von zwei Wassereinheiten. Nach dem Segeltraining standen Fitnessübungen und Auslaufen auf dem Programm. Auch bei den Pausen zwischen den Einheiten wurde auf Pünktlichkeit geachtet – für jede Minute Verspätung, egal ob zum Training, Frühsport oder Essen, waren zehn Liegestütze fällig.
Auf dem Wasser bekamen die Teilnehmer während der Woche nahezu alle Bedingungen geboten. Von fast vollständiger Windstille bis hin zu stürmischem Wind und von spiegelglatter See bis zu kräftigem Wellengang war alles dabei. Für Artem war es eine besondere Herausforderung: Zum ersten Mal segelte er mit einem ILCA auf der offenen See und gleichzeitig zum ersten Mal gemeinsam mit den Landeskaderathleten. Das hohe Tempo und die ungewohnten Bedingungen machten das Training anspruchsvoll, doch Artem stellte sich der Herausforderung und kämpfte sich von Einheit zu Einheit.
Am dritten Trainingstag wurde es dann richtig ernst. Bei rund 30 Knoten Wind und etwa 1,5 Metern Welle zeigte die Ostsee, was in ihr steckt. Bereits beim Anlegen sorgten Winddreher dafür, dass Artem mit seinem ILCA beinahe auf die Felsen getrieben wurde. Kurz darauf wurde die Situation durch eine vorbeifahrende Fähre zusätzlich brenzlig. Dank der schnellen und klaren Anweisungen des Trainers gelang es schließlich, sicher aus dem Hafen zu kommen.
Draußen auf der Ostsee wurde der Unterschied zwischen einem Binnensee und dem Meer deutlich spürbar. Wind und Welle machten das Bootshandling extrem schwierig, und die Wellen schlugen teilweise so heftig gegen das Boot, dass man regelrecht vom Boot weggerissen wurde. Das war ein absoluter Überdruck, aber wie das alte Sprichwort lautet: Ruhige See hat noch keinen guten Segler gemacht.
Auch ein kleiner Materialverlust blieb nicht aus. In einer schwierigen Wettfahrtsituation kam es zu einer Kollision mit einem anderen Boot. Dabei erlitt Artems ILCA einen Schaden am Gelcoat. Dank des Trainers, der neben seiner Tätigkeit als Trainer auch ausgebildeter Bootsbauer ist, konnte der Schaden noch am selben Tag repariert werden – und das Training konnte am nächsten Tag weitergehen.
Nach fünf intensiven Tagen in Warnemünde ging es direkt weiter zur Schwielochseepokalregatta am 24. und 25. August, wo auch Pia Giebelhausen in der Opti-B-Klasse von unserem Verein dazugekommen ist. Beide Kinder haben sich Mühe gegeben und versuchten das im Training das erlerne Wissen umzusetzen.
Das war eine unfassbar intensive und lehrreiche Trainingswoche, in der unser Nachwuchssportler viele neue Erfahrungen und wichtige Erkenntnisse für seine weitere Entwicklung im ILCA-Segeln brachte. Die Möglichkeit, mit den Landeskaderathleten unter anspruchsvollsten Bedingungen zu trainieren, war für ihn besonders wertvoll.
Ein großer Dank geht daher an den VBS und das Sailing Team Brandenburg für die Einladung und diese wertvolle Trainingsmöglichkeit.































