Für Artem Haidai begann die Segelsaison 2025 nicht im Heimatrevier, sondern weit entfernt von Cottbus: Am 13. April machte sich das Sailing Team Brandenburg auf den Weg zum Gardasee. Zwei Wochen intensives Training und die erste internationale Regatta warteten auf Artem – an einem Ort, an dem regelmäßig einige der besten Segler der Welt trainieren.
Bereits um 5 Uhr morgens startete die Mannschaft am Sonntag in Potsdam. Nach rund zwölf Stunden Fahrt war das Ziel erreicht. Der Gardasee begrüßte die Sportler mit bestem Wetter und einer beeindruckenden Landschaft. Nach der langen Anreise hieß es zunächst, Kräfte zu sammeln. Am nächsten Morgen begann jedoch direkt das Training.
Der Gardasee ist für seine besonderen Windverhältnisse bekannt. Vormittags setzt normalerweise der Vento, ein kräftiger Nordwind, ein. Am Nachmittag folgt die Ora, ein Südwind, der den See aus der entgegengesetzten Richtung erreicht. Dazwischen kann der Wind um die Mittagszeit zeitweise nahezu vollständig einschlafen. Um die jeweiligen Windphasen optimal zu nutzen, standen deshalb täglich zwei Wassereinheiten auf dem Programm.
Im Training wurde besonders auf die saubere Ausführung der Manöver, den richtigen Bootstrimm und taktische Entscheidungen geachtet. Jeder Trainingstag bot dabei neue Situationen und die Möglichkeit, an kleinen Details zu arbeiten.
Nach drei Trainingstagen wartete bereits das erste große Highlight: das Youth Easter Meeting in Malcesine. Bei der internationalen Regatta gingen rund 300 Teilnehmer aus 28 Nationen an den Start. Für Artem war es die erste internationale Regatta überhaupt – entsprechend groß war die Vorfreude, aber auch der Respekt vor dem internationalen Teilnehmerfeld.
An vier Regattatagen waren insgesamt zehn Wettfahrten geplant, letztendlich konnten jedoch nur sieben durchgeführt werden. Das Wetter machte den Organisatoren und Seglern immer wieder einen Strich durch die Rechnung.
Die ersten beiden Tage hatten es besonders in sich. Regen, stürmischer Wind mit Böen von über 30 Knoten und eine kräftige Welle sorgten für äußerst anspruchsvolle Bedingungen. Am zweiten Tag musste die Flotte sogar vorzeitig an Land zurückkehren, nachdem unerwartet ein Gewitter aufzog. Am dritten Tag war dagegen das genaue Gegenteil der Fall: Der Wind blieb zunächst aus, sodass die Segler mehrere Stunden auf das Einsetzen der Ora warten mussten.
Der vierte und letzte Regattatag zeigte sich schließlich von seiner angenehmeren Seite. Bei leichtem bis mittlerem Wind und gutem Wetter konnten weitere Wettfahrten gesegelt werden.
Am Ende erreichte Artem den 77. Platz von 114 Teilnehmern. Für seine erste internationale Regatta war vor allem die gesammelte Erfahrung wertvoll. Neben den anspruchsvollen Bedingungen und dem großen internationalen Teilnehmerfeld gab es für Artem noch ein ganz persönliches Highlight: Er traf sein seglerisches Vorbild, den brasilianischen Olympiateilnehmer und Weltmeister im ILCA 7 Bruno Fontes, und konnte sogar ein gemeinsames Foto mit ihm machen.
Nach der Regatta gab es zunächst einen freien Tag. Wenn man schon einmal am Gardasee ist, darf natürlich auch die Umgebung nicht zu kurz kommen. Die Mannschaft nutzte den Tag für eine Wanderung auf den Monte Baldo. Von fast 2.000 Metern Höhe bot sich bei strahlendem Sonnenschein und klarer Sicht ein beeindruckender Blick über den gesamten Gardasee.
Doch die Erholung währte nicht lange. Anschließend folgte eine weitere intensive Trainingswoche. Die bereits erlernten Fähigkeiten wurden weiter gefestigt und gleichzeitig die Fehler und Erfahrungen aus den sieben Regattawettfahrten gezielt aufgearbeitet. Genau diese Kombination aus Wettkampferfahrung und anschließendem Training machte die zwei Wochen besonders wertvoll.
Für Artem war die Reise an den Gardasee damit weit mehr als nur ein Trainingslager. Es war die erste internationale Regatta, die erste Begegnung mit einem großen internationalen Teilnehmerfeld und eine intensive Zeit an einem der bekanntesten Segelreviere Europas.
Zwei Wochen voller neuer Eindrücke, anspruchsvoller Bedingungen, harter Arbeit und unvergesslicher Erlebnisse – ein traumhaftes, unglaublich lehrreiches und zugleich unfassbar herausforderndes Abenteuer, bei dem Artem unseren Segelclub Blau-Weiss Cottbus e.V. international vertreten durfte.


















































