Am Freitag ging es für mich ganz kurzfristig zum Bitburg Pokal nach Wismar. Olli hatte mich überredet, doch noch mitzukommen – obwohl die Anreise alles andere als komfortabel war. Mein Boot war bereits eine Woche zuvor mit Olli vom Steinhuder Meer mitgenommen worden, nachdem wir uns dort bei einer Regatta gesehen hatten. Für mich blieb also nur die Bahn. Verspätete Züge, ein ausgefallener Anschluss und schließlich ein Bahnhof irgendwo im Nirgendwo: Am Ende musste Olli mich persönlich aus diesem „Kacknest“ einsammeln. Abenteuerliche Anreise, aber immerhin mit Happy End.
Am 10. und 11. Mai richtete der Yachtclub Wismar den Bitburg Pokal aus. In diesem Jahr gingen 19 Finn-Segler an den Start, deutlich weniger als im Vorjahr. Vermutlich lag das an der zeitgleichen Veranstaltung am Dümmer – am Revier und am ausrichtenden Verein jedenfalls ganz sicher nicht.
Der Samstag begann mit einer kurzen Startverschiebung, ehe ein Outerloop-Kurs mit zweimal Up-and-Down ausgelegt wurde. Die Startlinie bot genügend Platz, sodass es in keiner Wettfahrt zu Frühstarts kam. Bei leichten, aber segelbaren Bedingungen konnten zunächst zwei Läufe innerhalb der Sollzeit beendet werden. In der dritten Wettfahrt schlief der Wind dann jedoch vollständig ein, sodass diese abgebrochen werden musste. Es folgte eine längere Wartephase bei bestem Wetter, die von den ILCA-Seglern kreativ für kleine Paddelrennen genutzt wurde. Später setzte tatsächlich noch einmal genügend Wind ein, um zwei weitere Wettfahrten zu ermöglichen. Insgesamt verbrachten wir rund acht Stunden auf dem Wasser – entsprechend erschöpft war die Stimmung an Land, sowohl bei den Seglern als auch bei den Helfern.
Der Sonntag begann erneut mit einer Startverschiebung. Die Anfahrt ins Regattagebiet zog sich, da der Wind sehr wechselhaft und unbeständig war. Schließlich konnte aber doch noch gestartet werden. Kurios am Rande: Beim gemeinsamen Vorwindkurs mit den ILCAs wurde Kay Ermoneit unfreiwillig zum „Schwanenführer“, da ihm eine kleine Schwanengruppe hartnäckig folgte – sehr zur Belustigung der übrigen Teilnehmer.
Große Freude herrschte darüber, dass noch ein sechster Lauf zustande kam. In der Gesamtwertung erzielten Jan Heinrich Meyer und Erik Schmidt jeweils neun Nettopunkte, wobei Jan aufgrund der besseren Einzelplatzierungen gewann. Mit identischer Punktzahl landete Henning Laue ebenfalls vorne, und ich konnte mir am Ende noch den dritten Platz sichern.
Nach den Wettfahrten am Samstag ließen Olli und ich es uns jedoch nicht nehmen, noch einen ganz besonderen Abstecher zu machen: Wir segelten direkt in den alten Hafen von Wismar. Besonders beeindruckend war der Moment, als wir bis auf etwa fünf Meter an das derzeit dort entstehende Disney-Kreuzfahrtschiff heranfahren konnten. Dieses Schiff ist schlicht gewaltig – ein echter Koloss. Im historischen Hafenbecken selbst wurde es dann ziemlich eng. Mit achterlichem Wind hinein war noch gut machbar, der Rückweg erforderte jedoch zahlreiche Kreuzschläge und etwas Geduld. Aber genau solche Manöver machen den Reiz aus.

Insgesamt war der Bitburg Pokal in Wismar wieder eine rundum gelungene Veranstaltung – sportlich fordernd, landschaftlich beeindruckend und menschlich wie immer ein Highlight. Trotz spontaner Anreise und langer Wasserzeit: Genau für solche Wochenenden segeln wir.





























