Nach dem intensiven Sommertraining ging es für die Jugend des Segelclub Blau-Weiss Cottbus e.V. im Herbst direkt auf die Regattabahnen. Beim Seglerhauspreis, der Fritze-Bollmann-Regatta und dem Wikinger-Cup konnten Artem Haidai, Pia Giebelhausen und Mika Scholz zeigen, was sie über den Sommer gelernt hatten.
Den Auftakt machte für den SCBW Artem beim Seglerhauspreis am 14. und 15. September. Mit sieben geplanten Wettfahrten an zwei Tagen wartete ein straffes Programm auf die Teilnehmer. Bereits die Bedingungen machten klar, dass es kein einfaches Wochenende werden würde. Bei frischen Temperaturen und Böen von teilweise bis zu 39 Knoten war körperlicher Einsatz gefragt.
Allerdings hatte Artem bei seiner Vorbereitung eine entscheidende Sache übersehen: die eigene Versorgung. Für Freitagabend und Samstagmorgen war keine ausreichende Verpflegung eingeplant. Die Folgen zeigten sich auf dem Wasser.
Schon im ersten Rennen begann der Tag turbulent. Beim Start fierte ein anderes Boot sein Segel, sodass dessen Großbaum Artem traf und er kurz darauf kenterte. Im weiteren Verlauf musste er mit den stärksten Böen kämpfen, die er bis dahin in seiner Segelkarriere erlebt hatte. Durch die schwierigen Bedingungen erreichte er das Ziel zu spät und wurde disqualifiziert.
Im zweiten Rennen war für Artem zunächst Schluss. Kälte und fehlende Energie machten sich so stark bemerkbar, dass sich Krämpfe durch den gesamten Körper zogen – vom Oberschenkel bis zum Unterarm. Er musste die Wettfahrt abbrechen und wurde zurück in den Hafen geschleppt. Damit standen am Ende des ersten Tages gleich vier Disqualifikationen zu Buche.
Nach besserer Versorgung und neuer Energie konnte Artem am Sonntag wieder an den Start gehen und drei solide Wettfahrten absolvieren. Von Platz 18 konnte er sich noch auf Platz 14 vorarbeiten. Angesichts der schwierigen Bedingungen und der zahlreichen Zwischenfälle war das persönliche Ergebnis an diesem Wochenende jedoch nur ein Teil der gewonnenen Erfahrung. Mehrere Unfälle anderer Teilnehmer – darunter nach verschiedenen Angaben auch vier Gehirnerschütterungen und ein gebrochenes Schienbein – zeigten zudem, wie anspruchsvoll die Bedingungen waren.
Die wichtigste Erkenntnis für Artem und das gesamte Team: Gute Vorbereitung endet nicht mit dem Ablegen. Versorgung, Wetter, Material und die eigenen körperlichen Grenzen müssen bereits im Vorfeld mitgedacht werden.
Ende September ging es für Pia Giebelhausen, Mika Scholz und Artem Haidai zur Fritze-Bollmann-Regatta am 28. und 29. September. Die letzten warmen Tage des Jahres konnten noch einmal zum Segeln genutzt werden. Bei leichtem bis mittlerem Wind herrschten deutlich angenehmere Bedingungen als beim Seglerhauspreis. Das relativ schmale Revier sorgte allerdings mit zahlreichen Winddrehern für neue Herausforderungen. Immer wieder veränderte sich die Windsituation und stellte die taktische Planung vor schwierige Aufgaben.
Am Ende erreichte Pia den 30. Platz von 36 Teilnehmern in der Opti-B-Klasse. Im ILCA 6 belegte Mika Platz 9 von 13 und Artem mit Platz 6 von 13 ebenfalls eine solide Platzierung ersegelte.
Den Abschluss der Herbstserie bildete für Artem der Wikinger-Cup am 12. und 13. Oktober. Hier wartete erneut ein stark besetztes Teilnehmerfeld und damit viel Konkurrenz auf der Regattabahn. Besonders der zweite Wettfahrttag wurde bei Böen von bis zu 38 Knoten noch einmal richtig anspruchsvoll.
Auch wenn nicht jede Wettfahrt so lief, wie man es sich wünscht, stand beim Wikinger-Cup vor allem der Lernprozess im Vordergrund. Mit jeder Wettfahrt konnte man weitere Erfahrungen sammeln und an einzelnen Details arbeiten. Schritt für Schritt geht es dabei auf einem sicheren Weg weiter – nicht jede Verbesserung muss sofort in einer Platzierung sichtbar werden.
Die Herbstregatten haben der Jugend des SCBW damit vor allem eines gezeigt: Segeln lernt man nicht nur durch Erfolge, sondern ebenso durch schwierige Wettfahrten, Fehler und neue Herausforderungen. Die Erfahrungen aus dem Sommertraining konnten angewendet und gleichzeitig neue Bereiche identifiziert werden, an denen weiter gearbeitet werden muss.
Der SCBW ist stolz auf seine Jugend und wünscht allen Nachwuchsseglerinnen und -seglern weiterhin viel Erfolg, spannende Wettfahrten und vor allem viel Freude auf dem Wasser!











